{"id":15,"date":"2015-10-15T10:31:31","date_gmt":"2015-10-15T08:31:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dgfw.info\/de\/?page_id=15"},"modified":"2015-12-10T11:54:44","modified_gmt":"2015-12-10T10:54:44","slug":"mission","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.dgfw.info\/de\/mission\/","title":{"rendered":"Mission"},"content":{"rendered":"<p>Die Bundesrepublik Deutschland wurde 1949 als strikt repr\u00e4sentativ verfasste parlamentarische Demokratie gegr\u00fcndet. Die Mitwirkung der B\u00fcrger bei der politischen Willensbildung vollzieht sich im Wesentlichen auf dem Wege ihrer Stimmabgabe bei Wahlen. Die h\u00f6chsten wissenschaftlichen Standards verpflichtete, an den Zielen der Beschreibung und theoriegeleiteten Erkl\u00e4rung orientierte Analyse des Verhaltens der W\u00e4hler und seiner Hintergr\u00fcnde ist infolgedessen ein zentraler Beitrag zur praktischen Demokratieforschung. Die empirische Wahlforschung liefert unverzichtbare Erkenntnisse \u00fcber die Grundlagen der Legitimation des demokratischen politischen Systems, seiner Funktionsmechanismen und seiner Leistungen.<\/p>\n<p>Die deutsche empirische Wahlforschung hat in den vergangenen Jahrzehnten eine F\u00fclle wichtiger Erkenntnisse zusammen getragen. Als Subdisziplin der Politikwissenschaft hat sie theoretisch und methodisch einen au\u00dferordentlich hohen Stand erreicht und erfreut sich hohen internationalen Ansehens. Gleichwohl leidet die empirische Wahlforschung in Deutschland an einem Forschungsdesiderat von strategischer Bedeutung \u2013 dem Fehlen einer fest verankerten, auf Dauer finanzierten Deutschen Nationalen Wahlstudie. Einstellungen und Verhalten der W\u00e4hler bei Bundestagswahlen werden seit Jahrzehnten auf hohem Niveau analysiert, aber sowohl in wissenschaftlicher als auch in organisatorischer und personeller Hinsicht tragen diese Studien ausgesprochenen ad hoc-Charakter. Dies f\u00fchrt in verschiedener Hinsicht zu gravierenden Nachteilen:<\/p>\n<ul>\n<li>Dass bei einer anstehenden Bundestagswahl \u00fcberhaupt eine Wahlstudie durchgef\u00fchrt werden kann, ist nicht gesichert. Stets besteht das Risiko, dass es nicht gelingt, eine solche Studie zu realisieren.<\/li>\n<li>Da Wahlstudien jeweils ad hoc von wechselnden Forschern realisiert werden, sind die gewonnen Daten kaum \u00fcber die Zeit vergleichbar. Die Dauerbeobachtung gesellschaftlich-politischer Prozesse wird dadurch massiv erschwert.<\/li>\n<li>Um vollen Ertrag zu bringen, m\u00fcssten Wahlstudien der gesamten wissenschaftlichen Gemeinschaft, aber auch Interessenten aus Politik und Medien zeitnah f\u00fcr eigene Auswertungen zur Verf\u00fcgung stehen. Derzeit verbleiben die Daten jedoch in der Regel lange unter der Kontrolle der beteiligten Forscher.<\/li>\n<li>Die Gestaltung von Wahlstudien unterliegt derzeit der vollst\u00e4ndigen Kontrolle weniger, mittelbar beteiligter Forscher. Es besteht keine Offenheit f\u00fcr Impulse aus der weiteren wissenschaftlichen Gemeinschaft. Innovationspotenziale bleiben daher ungenutzt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nur eine institutionalisierte Deutsche Nationale Wahlstudie im Sinne eines von der gesamten deutschen akademischen Wahlforschung verantworteten, organisatorisch abgest\u00fctzten und finanziell abgesicherten langfristigen Forschungsprogramms, das garantiert, dass zu jeder Bundestagswahl verl\u00e4sslich eine Wahlstudie von hoher theoretischer und methodischer Qualit\u00e4t mit gesicherter Vergleichbarkeit zu fr\u00fcheren und nachfolgenden Studien realisiert wird, deren Daten rasch allen Interessenten zug\u00e4nglich gemacht werden, kann diese Nachteile beseitigen. Solche Forschungsprogramme existieren bereits in vielen anderen Demokratien der Welt.<\/p>\n<p>Im Januar 2007 begannen die deutschen akademischen Wahlforscher eine Initiative mit dem Ziel, auch in Deutschland eine Nationale Wahlstudie (German Election Study) ins Leben zu rufen. Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Wahlforschung (DGfW) wurde als Selbstorganisation der deutschen akademischen Wahlforscher am 12. Juli 2007 formell gegr\u00fcndet. Eintragung ins Vereinsregister und Anerkennung der Gemeinn\u00fctzigkeit sind beantragt. Die DGfW hat das Ziel, bereits zur n\u00e4chsten Bundestagswahl, die voraussichtlich im Herbst 2009 stattfinden wird, die erste Erhebung im Rahmen dieses neuen, institutionalisierten Forschungsverbundes zu realisieren. Damit soll der Grundstein einer Infrastruktur f\u00fcr die empirische Politikforschung gelegt werden, die dauerhaft und in hoher Qualit\u00e4t gew\u00e4hrleistet, dass sowohl die Besonderheiten einzelner Wahlen als auch ihre Einbettung in langfristige Trends des politischen Verhaltens verl\u00e4sslich und auf dem aktuellen Stand der Theorie- und Methodenentwicklung analysiert werden. Die Initiative kooperiert mit vergleichbaren Forschungsprogrammen in anderen Demokratien. Die Deutsche Nationale Wahlstudie wird so zum festen Bestandteil einer weltweiten Architektur nationaler, aber auch international vergleichender Wahlstudien.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundesrepublik Deutschland wurde 1949 als strikt repr\u00e4sentativ verfasste parlamentarische Demokratie gegr\u00fcndet. 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