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German Longitudinal Election Study

Rolling Cross Section-Wahlkampfstudie mit Nachwahl-Panelwelle (Komponente 2)

Mehrere Elemente der GLES sind so gestaltet, dass sie die bestmögliche Messung der kurzfristigen Dynamiken der Kampagnenkommunikation und ihrer Effekte bieten. Um dies zu erreichen, müssen Veränderungen der öffentlichen Meinung in kurzen Intervallen während des Wahlkampfes beobachtet werden. Die GLES kombiniert zwei Komponenten, die sich gegenseitig zu diesem Zweck ergänzen (Komponente 2, geleitet von Prof. Dr. Rüdiger Schmitt-Beck; Komponente 3, geleitet von Prof. Dr. Hans Rattinger). Komponente 2 besteht aus einer täglichen "Rolling Cross-Section“-Umfrage (RCS) mit durchschnittlich 100 Interviews pro Tag während der letzten 60 Tage des Wahlkampfes. Die Durchführung wird so organisiert, dass nicht nur die gesamte Stichprobe, sondern auch die Sub-Stichproben, die für jeden Tag der Kampagne zur Verfügung stehen, zufällige Stichproben der Wählerschaft darstellen. Insgesamt werden so durch Telefonbefragungen (CATI) 6000 Interviews realisiert, sodass durch die Abdeckung einer hinreichend breiten Zeitspanne und mit ausreichend Interviews pro Tag robuste Ergebnisse über die Dynamik der öffentlichen Meinung auf Aggregatebene erzielt werden können. Die Interviews dauern im Durchschnitt 25 Minuten. RCS-Studien verfolgen Veränderungen im Aggregat auf einer täglichen Basis und stellen so ein sehr feinfühliges Instrument für die Messung von kampagneninduzierten Veränderungen der öffentlichen Meinung dar. Wählerreaktionen auf jegliche vorhersehbare und nicht vorhersehbare Ereignisse während des Wahlkampfes können direkt registriert und das Abklingen oder der Erhalt dieser Effekte aufgedeckt werden. Obwohl intra-individuelle Veränderungen während der Kampagne nicht erfasst werden können, ermöglicht die Kombination mit einem Nachwahl-Panel Vor- und Nachwahlvergleiche auf der individuellen Ebene basierend auf einem repräsentativen Sample. Der Gebrauch einer RCS-Kampagnenumfrage in der Vorwahlperiode, gefolgt von Re-Interviews der gleichen Befragten nach der Wahl (ebenso durchgeführt per CATI), ist in den letzten Jahren in vielen Ländern zu einem Standarddesign für die Analyse kurzfristigen Wandel bei Wahlen geworden. Es kombiniert die Vorteile des RCS-Designs mit denen der Panelanalyse und wurde in Deutschland erstmals bei der Analyse der Kampagnendynamik bei der Bundestagswahl 2005 realisiert.